Akteure sorgen beim Bunten Abend für Spitzen-Stimmung
Bürgerwache öffnet das Tor zur Fasnet
Wie Pferde auf der Rennbahn mit scharrenden Hufen auf den Startschuß warten, so harren die Mengener Narren auf den Bürgerwachjahrtag. Mit dem Einjucken am Ende des Programmteils beim Bunten Abend gilt die Fasnet offiziell als eröffnet. Zuvor haben Sänger, Kabarettisten, Tänzerinnen und Lokalmatadore für gehobene Stimmung im Saal gesorgt.
Bis auf wenige Tische hatte sich der Saal zu Beginn der Veranstaltung gefüllt und Conferencier Manfred Müller konnte die einzelnen Programmpunkte verraten. Auf der Bühne versammelten sich die Herren des Bürgerwachchors und eröffneten den ersten Ball des neuen Jahres mit dem Lied: „Mit der Bürgerwache singen, und den Menschen Freude bringen,…..“ Im folgenden Vortrag aus der „Fledermaus“ stellte Solist Albert Heinzelmann klar fest, dass er sich gerne Gäste einlädt, wer aber nicht pariert, den werfe er nicht nur zur Tür hinaus, sondern auch noch eine Flasche an den Kopf.
Das erste Gastspiel des Abends bot die Kabarettistin Sabine Schief mit ihrem Partner. Sie setzte buchstäblich das „Dipfele auf das i“ und so mancher im Raum durfte aus ihren Erlebnissen und Sketchen Rückschlüsse auf sich selbst ziehen. Beide boten einen echt „schwäbanischen Abend“ und brachten sogar das anfangs leicht träge Publikum zu wahrer Begeisterung.
Ein kurzes Intermezzo legten die quirligen Tänzerinnen und Tänzer von „Fun-Dance“ des Ennetacher Sportvereins in ihren exotischen Kostümen auf die Bretter.
Im Zimmer unterhalb der Glockenstube von St.Martin hat „der letzte Wilhelmiter“ (Franz Feinäugle) sein Domizil aufgeschlagen und dank seines Fernrohrs kann er einen Stock höher sehr gut beobachten, was im Städtle vor sich geht. So manches Bauwerk hatte er dabei im Visier, ob neu entstehend oder lange als Schandfleck das Stadtbild zierend. Mit dem Marketingkonzept befasste sich der umsichtige Klosterbruder ebenso wie mit den noch verbliebenen Fachwerkbauten, der Sanierung des Ablachufers und Mengen’s besonderer Zierde, die Hundshaufen am Stadtgraben. Breiten Raum nahm sein scharfer Blick ein auf die „starke Truppe“ am Fuße seiner Behausung, die Bürgerwache. Hier stellte er letztlich fest, dass sie „Mengen’s schönste Nebensache“ ist.
Auf Ankündigung von Manfred Müller reckten sich die Hälse und alles schaute nach hinten zum Eingang. Ein farbenfrohes Volk in seltsamen Gewändern stürmte zu den Takten der Narrenmusik in den Saal. Der Ditzelede mit seinen Ablegern und seinem Gefolge aus Hexen, Löwen, Bombom und beschirmten Zunfträten hielt Einzug und damit galt für die Narretei freie Fahrt in die närrischen Tage.